Bogenschießen in der Toscana
letzte Woche war ich mit Frau in Italien, in der Toscana. Da ich bei dem Seminar auch das Bogenschießen für die Teilnehmer angeboten habe, hatte ich natürlich auch meinen eigenen Bogen und den little cube als Ziel mit.
Es war wundervoll auf den Äckern rund um die Wohnanlage auf den Zielwürfel zu trainieren. Die Sonne schien, ich stand im Schatten unter einem alten Olivenbaum, dazu die beeindruckende Landschaft der Toskana, wunderbar!
Über einen Tip aus meinem Internet-Forum, dem archers’ campfire (danke, Tom!), habe ich festgestellt, dass in dem Ort in dem wir waren, sogar ein Bogenparcour vorhanden ist.
Der Weg dorthin war sehr abenteuerlich (ich war froh ein Allrad-Fahrzeug zu haben), aber dann bin ich an einen Feuerplatz in einem Naturschutzgebiet angekommen. Sehr schön gemachte Schilder weisen einem dem Weg und deutliche Warnschilder sind rund um das Gelände platziert, so dass auch Spaziergänger gewarnt wären.
Entlang einer hervorragend gepflegten Forststrasse sind von der Gemeinde 11 Strohzielscheiben mit Pfeilfangnetzen dahinter aufgestellt. Dieser Parcours ist scheinbar ein Teil der Naturerlebniswege durch den Park und dient wohl auch oder gerade dazu, Kindern die Natur näher zu bringen. So war auch nirgends eine Kasse oder ähnliches, die Benutzung also wahrscheinlich kostenlos.
Da die Toskana sehr hügelig ist, hat man hier Bergauf- und Bergabschüsse. Scheinbar schießen hier aber mehr Schützen mit Visier, denn auf den Pflöcken waren die Entfernung zwischen 18 und 33m angegeben.
Am letzten Ziel muss man dann umkehren und die Strasse wieder zurück gehen. So kann man alle Ziele nochmal schießen und kommt dann auf 22 Stationen.
Eine nette Abwechslung zum Training auf dem Feld. Was mich hier eben sehr gewundert hat, ist dass ich ohne das Forum nichts von diesem Parcour erfahren hätte!
Auf der Website der Stadt habe ich zumindest nichts gefunden und auch sonst findet man im Internet kaum Informationen zu Parcours in Italien. Man muss jemanden kennen, der jemanden kennt...
Über die Redaktion der italienischen Ausgabe der Zeitschrift “traditionell Bogenschiessen” habe ich die Adresse eines Agritourismo in der Nähe bekommen, die wohl auch Bogenschiessen anbieten. Zum Glück sprach einer aus unserer Gruppe perfekt italienisch und hat für uns dort angerufen. Der Besitzer meinte, dass er auch nur ein paar Zielscheiben und einen sehr kleinen Parcours hat, der aber eigentlich nur für die Besucher der Agritourimo ist. Er hat uns aber eine andere Telefon-Nummer gegeben, von einem Verein, der einen großen Parcour hat. Dort haben wir auch angerufen und nach zwei weiteren Telefonaten auch den Präsidenten den Vereins erreicht. Der war auch sehr nett, hat uns aber erklärt, dass bei ihnen nur Mitglieder der FIARC, des italienischen Bogenverbands, schießen dürfen. Allein schon, weil er ja nicht weiß, ob wir schießen können und wegen der Versicherung. Er hat uns aber eine andere Telefonnummer gegeben, von einem Parcours der wohl öffentlich sei. Also haben wir die fünfte Telefonnummer angerufen um dann von dem Betreiber zu erfahren, dass auch dieser Parcours ausschließlich für Vereinsmitglieder der örtlichen Bogenvereins ist. Nach ein wenig hin und her und lieben Nachfragen, war er aber bereit uns eine Runde über den Parcours drehen zu lassen, wenn uns jemand aus dem Verein begleitet. Auch hier ging es ihm hauptsächlich um den Versicherungsschutz. Wir sollten am nächsten Tag nochmal anrufen. Als wir das gemacht haben, hatte er leider niemanden gefunden, der Zeit hat, also durften wir ganz ausnahmsweise auch so gehen.
Der Parcours war ebenso wie der in Bibbona sehr versteckt. Wenn man nicht weiß wo er ist, findet man ihn auch nicht. Aber wenn man mal da ist.... wow! Einen so liebevoll gepflegten Parcours mit allen Schikanen haben wir nicht erwartet!
Jedes Ziel hatte einen Namen wie “der Eber” oder “der Hirsch” zusätzlich zu einer Nummer, und beides war auf einem Schild am Pflock markiert. Diese Schilder waren übrigens gleichzeitig gummi-ummantelte Bogenhalter. Welch ein Luxus!
Die Landschaft hatte wirklich alles zu bieten: Wald, Lichtungen, Wiesen, bergauf, bergab, gerade Schüsse auf nahe und weite Distanzen. Alle Ziele hatten einen natürlichen backstop der intelligent gewählt war, so das wir keinerlei Pfeilverlust hatten. Sogar 3(!!!) laufende Sauen als bewegliche Ziele waren geboten. Damit können nicht viele Parcours aufwarten, die ich kenne.
Die Wege waren an den steileren Stellen durchweg mit Seilen gesichert und natürlich war das Gelände von deutlichen Warnschildern umgeben. Hier wurde Sicherheit groß geschrieben.
Es war ein toller Parcours-Nachmittag, für den wir leider viel zu wenig Zeit eingeplant hatten. Keiner hatte mit so einer Pracht und so einem weitläufigen Parcours gerechnet.
Es war wirklich toll, dass wir dort ausnahmsweise hin durften und ich finde es sehr schade, das es in Italien so schwierig für Gastschützen scheint, einen Parcours zu benutzen. Gerade in einem Land das so viel Erfahrung im Tourismus hat, hätte ich das nicht gedacht. Hier muss man wirklich jemanden kennen, der jemanden kennt.
Ich wage gar nicht daran zu denken, wie viele unentdeckte Parcours es in diesem schönen Land geben mag.
Auf der Rückfahrt nach Deutschland haben wir dann bei Modena einen Abstecher zu Valerio Russo, einem begnadeten, italienischen Bogenbauer gemacht.
Es war sehr lieb, dass seine Frau und er sich extra am späteren Abend für uns Zeit genommen haben. Sein Frau hat gedolmetscht da Valerio kein deutsch spricht, wir kein italienisch, aber sein Frau sehr gut englisch.
Sofort hat er uns bereitwillig seine Werkstatt und seine Bögen gezeigt. Traumhafte Schmuckstücke, sowohl die Langbogen als auch die Recurves.
Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar auch im Garten kurz zu probieren! Und diese Bögen sehen nicht nur gut aus, sondern lassen sich auch wunderbar schießen.
Hier folgt noch ein ausführlicher Test, aber an der Qualität der Verarbeitung und dem Auszug merkt man sofort die 20 Jahre Erfahrung die Valerio im Bogenbau hat. Vielen Dank nochmal!

Im Juni ist die Europameisterschaft, die EBHC, in Italien. Ich hoffe, dass lenkt etwas Aufmerksamkeit auf den Sport und zeigt den lokalen Parcoursbetreibern, wie viele Bogenschützen es in Europa bereits gibt, die sich über einen schönen Parcours als Touristen auch sehr freuen würden.
Es war wundervoll auf den Äckern rund um die Wohnanlage auf den Zielwürfel zu trainieren. Die Sonne schien, ich stand im Schatten unter einem alten Olivenbaum, dazu die beeindruckende Landschaft der Toskana, wunderbar!
Über einen Tip aus meinem Internet-Forum, dem archers’ campfire (danke, Tom!), habe ich festgestellt, dass in dem Ort in dem wir waren, sogar ein Bogenparcour vorhanden ist.
Der Weg dorthin war sehr abenteuerlich (ich war froh ein Allrad-Fahrzeug zu haben), aber dann bin ich an einen Feuerplatz in einem Naturschutzgebiet angekommen. Sehr schön gemachte Schilder weisen einem dem Weg und deutliche Warnschilder sind rund um das Gelände platziert, so dass auch Spaziergänger gewarnt wären.
Entlang einer hervorragend gepflegten Forststrasse sind von der Gemeinde 11 Strohzielscheiben mit Pfeilfangnetzen dahinter aufgestellt. Dieser Parcours ist scheinbar ein Teil der Naturerlebniswege durch den Park und dient wohl auch oder gerade dazu, Kindern die Natur näher zu bringen. So war auch nirgends eine Kasse oder ähnliches, die Benutzung also wahrscheinlich kostenlos.
Da die Toskana sehr hügelig ist, hat man hier Bergauf- und Bergabschüsse. Scheinbar schießen hier aber mehr Schützen mit Visier, denn auf den Pflöcken waren die Entfernung zwischen 18 und 33m angegeben.
Am letzten Ziel muss man dann umkehren und die Strasse wieder zurück gehen. So kann man alle Ziele nochmal schießen und kommt dann auf 22 Stationen.
Eine nette Abwechslung zum Training auf dem Feld. Was mich hier eben sehr gewundert hat, ist dass ich ohne das Forum nichts von diesem Parcour erfahren hätte!
Auf der Website der Stadt habe ich zumindest nichts gefunden und auch sonst findet man im Internet kaum Informationen zu Parcours in Italien. Man muss jemanden kennen, der jemanden kennt...
Über die Redaktion der italienischen Ausgabe der Zeitschrift “traditionell Bogenschiessen” habe ich die Adresse eines Agritourismo in der Nähe bekommen, die wohl auch Bogenschiessen anbieten. Zum Glück sprach einer aus unserer Gruppe perfekt italienisch und hat für uns dort angerufen. Der Besitzer meinte, dass er auch nur ein paar Zielscheiben und einen sehr kleinen Parcours hat, der aber eigentlich nur für die Besucher der Agritourimo ist. Er hat uns aber eine andere Telefon-Nummer gegeben, von einem Verein, der einen großen Parcour hat. Dort haben wir auch angerufen und nach zwei weiteren Telefonaten auch den Präsidenten den Vereins erreicht. Der war auch sehr nett, hat uns aber erklärt, dass bei ihnen nur Mitglieder der FIARC, des italienischen Bogenverbands, schießen dürfen. Allein schon, weil er ja nicht weiß, ob wir schießen können und wegen der Versicherung. Er hat uns aber eine andere Telefonnummer gegeben, von einem Parcours der wohl öffentlich sei. Also haben wir die fünfte Telefonnummer angerufen um dann von dem Betreiber zu erfahren, dass auch dieser Parcours ausschließlich für Vereinsmitglieder der örtlichen Bogenvereins ist. Nach ein wenig hin und her und lieben Nachfragen, war er aber bereit uns eine Runde über den Parcours drehen zu lassen, wenn uns jemand aus dem Verein begleitet. Auch hier ging es ihm hauptsächlich um den Versicherungsschutz. Wir sollten am nächsten Tag nochmal anrufen. Als wir das gemacht haben, hatte er leider niemanden gefunden, der Zeit hat, also durften wir ganz ausnahmsweise auch so gehen.
Der Parcours war ebenso wie der in Bibbona sehr versteckt. Wenn man nicht weiß wo er ist, findet man ihn auch nicht. Aber wenn man mal da ist.... wow! Einen so liebevoll gepflegten Parcours mit allen Schikanen haben wir nicht erwartet!
Jedes Ziel hatte einen Namen wie “der Eber” oder “der Hirsch” zusätzlich zu einer Nummer, und beides war auf einem Schild am Pflock markiert. Diese Schilder waren übrigens gleichzeitig gummi-ummantelte Bogenhalter. Welch ein Luxus!
Die Landschaft hatte wirklich alles zu bieten: Wald, Lichtungen, Wiesen, bergauf, bergab, gerade Schüsse auf nahe und weite Distanzen. Alle Ziele hatten einen natürlichen backstop der intelligent gewählt war, so das wir keinerlei Pfeilverlust hatten. Sogar 3(!!!) laufende Sauen als bewegliche Ziele waren geboten. Damit können nicht viele Parcours aufwarten, die ich kenne.
Die Wege waren an den steileren Stellen durchweg mit Seilen gesichert und natürlich war das Gelände von deutlichen Warnschildern umgeben. Hier wurde Sicherheit groß geschrieben.
Es war ein toller Parcours-Nachmittag, für den wir leider viel zu wenig Zeit eingeplant hatten. Keiner hatte mit so einer Pracht und so einem weitläufigen Parcours gerechnet.
Es war wirklich toll, dass wir dort ausnahmsweise hin durften und ich finde es sehr schade, das es in Italien so schwierig für Gastschützen scheint, einen Parcours zu benutzen. Gerade in einem Land das so viel Erfahrung im Tourismus hat, hätte ich das nicht gedacht. Hier muss man wirklich jemanden kennen, der jemanden kennt.
Ich wage gar nicht daran zu denken, wie viele unentdeckte Parcours es in diesem schönen Land geben mag.
Auf der Rückfahrt nach Deutschland haben wir dann bei Modena einen Abstecher zu Valerio Russo, einem begnadeten, italienischen Bogenbauer gemacht.
Es war sehr lieb, dass seine Frau und er sich extra am späteren Abend für uns Zeit genommen haben. Sein Frau hat gedolmetscht da Valerio kein deutsch spricht, wir kein italienisch, aber sein Frau sehr gut englisch.
Sofort hat er uns bereitwillig seine Werkstatt und seine Bögen gezeigt. Traumhafte Schmuckstücke, sowohl die Langbogen als auch die Recurves.
Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar auch im Garten kurz zu probieren! Und diese Bögen sehen nicht nur gut aus, sondern lassen sich auch wunderbar schießen.
Hier folgt noch ein ausführlicher Test, aber an der Qualität der Verarbeitung und dem Auszug merkt man sofort die 20 Jahre Erfahrung die Valerio im Bogenbau hat. Vielen Dank nochmal!

Im Juni ist die Europameisterschaft, die EBHC, in Italien. Ich hoffe, dass lenkt etwas Aufmerksamkeit auf den Sport und zeigt den lokalen Parcoursbetreibern, wie viele Bogenschützen es in Europa bereits gibt, die sich über einen schönen Parcours als Touristen auch sehr freuen würden.
Geschrieben von Jean-Christoph von Oertzen
um
21:15



Kommentare
Fr, 03.05.2013 19:24
Fr, 26.10.2012 20:49
Fr, 26.10.2012 01:55
Do, 13.09.2012 23:33
So, 09.09.2012 19:04